Lesung über Hans Keilson am 4.5. und Vortrag über die Kulturgeschichte des Friedhofs am 13.5.

03.05.2017

Do., 4. Mai – 18.00 Uhr: Lesung über Hans Keilson

Seit 170 Jahren halten uns die Wuppertaler immer wieder für Holländer, die auf der Rückkehr aus dem Sauerländer Winterurlaub auf der A46 gestrandet sind. Grund genug, zum Gemeindegeburtstag auch einen Brückenschlag in Kohlbrügges Heimat zu machen, indem wir das Leben und Dichten des Grenzgängers Hans Keilson (1909-2011) betrachten.

Der deutsche Arzt, Schriftsteller und Musiker war eine beeindruckende Persönlichkeit. Als Jude floh er 1936 nach Holland, wo er nach dem Einmarsch der Deutschen 1940 den Widerstand im Untergrund unterstützte und sich um jüdische Kinder kümmerte, die von ihren Eltern bei nichtjüdischen Familien in Sicherheit gebracht wurden.

In dieser Zeit verliebte Hans Keilson sich in seine „Untergrundliebe“ Hanna Sanders, für die er 1944 einen Band mit 46 Sonetten schrieb, die als Liebeserklä- rungen in Zeiten des Krieges erst 2016 in Deutschland und den Niederlanden herausgegeben wurden. Für sein literarisches Schaffen adelte ihn die New York Times zu einem der weltbesten Autoren.

Keilsons Witwe, die Literaturhistorikerin - 8 - Marita Keilson-Lauritz (geb. 1935) und der niederländische Dichter Jos Versteegen gestalten die Lesung auf Deutsch mit anschließendem Gespräch und Umtrunk. Der Abend mit freiem Eintritt ist eine gemeinsame Veranstaltung unserer Gemeinde mit der ElseLasker-Schüler-Gesellschaft.

Sa., 13. Mai – 15.00 Uhr: „Der Friedhof im Wandel“

Was wäre unsere Gemeinde nach 170 Jahren ohne ihren vor 166 Jahren eingerichteten Rosenfriedhof? Der nach dem Prinzip der Herrnhuter Brüdergemeinen eingerichtete Friedhof wird auch in Reiner Sörries Standardwerk „Ruhe sanft – Eine Kulturgeschichte des Friedhofs“ als Musterbeispiel für einen reformierten Friedhof ausführlich beschrieben.

Prof. Reiner Sörries ist der Experte in Deutschland, wenn es um die Themen Friedhöfe und Trauerkultur geht. Der evangelische Theologe, Kunsthistoriker und Archäologe war Gründer und langjähriger Leiter des Museums für Sepulkralkultur (Begräbniskultur) in Kassel.

Am 13. Mai wird er mit uns eine Zeitreise durch die über 2000jährige und sehr wechselhafte Geschichte des abendländischen Friedhofs machen und nach einer Kaffeepause die Chancen kirchlicher Friedhöfe in einer Zeit erörtern, in der viele Friedhöfe aufgrund der massiven Veränderungen in der Trauer- und Begräbniskultur vom Aussterben bedroht sind.

Da diese Thematik viele Konfessionen und Kirchen angeht, wird der Vortrag als Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen und Gemeinden in Wuppertal (ACKuG) stattfinden.