Geschichte

Wuppertal um 1835: das deutsche Manchester

Die Geschichte der Gemeinde beginnt im Jahr 1835. Elberfeld war damals wie Barmen eine aufstrebende Industriestadt. Textilfabriken und der Handel florierten an der Wupper, als Dortmund und Düsseldorf noch Dörfer waren. Kaufleute und Textilbarone häuften Reichtümer an, während zehntausende Arbeiter – oft noch Kinder – notdürftig lebten. Von 1800 bis 1850 stieg die Bevölkerung von gut 12.000 auf ca. 40.000 an. Elberfeld war zugleich ein Zentrum des reformierten Glaubens, der auf die Reformatoren Calvin und Zwingli zurückgeht.

Das Wuppertal war um 1835 das Labor der Industrialisierung in Deutschland. Elberfeld und Barmen waren das „deutsche Manchester“. An der Farbe der Wupper konnte man damals die gerade herrschende Modefarbe ablesen. Damals herrschte der Geist der Aufklärung, des Rationalismus und des wissenschaftlichen und technischen Fortschritts: Alles wurde berechenbar, planbar und machbar. Die Welt wurde entzaubert. Viele Menschen fühlten sich in dieser kalten Welt der Maschinen und Zahlen nicht wohl und suchten ihr Heil in der Romantik, der Wiederverzauberung der Welt.